Samstag, 2. Mai 2009

Überlebt

Freitag, 01.05.2009

Eigentlich könnte man nach dem heutigen Tag seine Sachen packen und abreisen. Warum ??? Weil dieser Tag , wird wahrscheinlich nicht so schnell zu toppen sein!!!
Der Regen hielt bis nach unserem Frühstück an, so dass wir dieses unter Deck einnehmen mussten. Im Anschluss haben wir begonnen unsere Yacht reisetauglich zu machen und alle Systeme zu checken und uns mit ein paar Sachen vertraut zu machen, die wir noch nicht kannten. Gegen zehn Uhr änderte sich dass Wetter, der Regen hörte auf und die Sonne kam raus, und mit der Sonne kam Wind auf. Also, eigentlich die perfekten Voraussetzungen für einen schönen Segeltag. Eigentlich.

Gegen Mittag hieß es dann zum ersten mal, –Leinen los, wir laufen aus-, doch der Nordwind im Hafen war so stark, dass der erste Versuch misslang und wir wieder an unseren Liegeplatz gedrückt wurden.
Erschwerend kommt diesmal dazu, das unsere Yacht keinen zweiten Antrieb vor am Schiff hat, was das steuern bei Wind weit einfacher macht. Der zweite Versuch klappte dann aber. Als wir den Hafen verließen, wehte uns eine kräftig Prise Wind um die Ohren. Dieser kam vom Land und war eigentlich für unsere Testfahrt ganz ok, denn der Wetterbericht hatte etwa 20 Knoten Wind gemeldet, was ungefähr Windstärke 3-4 entspricht . Da der Rest der Crew erst gegen Abend eintreffen wird, wollten wir nur ein wenig „rumschippern“ und ein paar Segelmanöver fahren . Es sollte anders kommen.
Der Wind frischte weiter auf, die Wellen wurden höher und es zeigten sich bei ein paar Crewmitgliedern die ersten Ausfallerscheinungen an. Auf Grund des doch relativ starken Windes, segelten wir nur mit halb gehissten Vorsegel welches aber unsere Yacht auch schon ganz schön auf die Seite legte. Das setzten des Hauptsegels war nicht möglich. Trotz der kleinen Segelfläche machten gute 6 Knoten Fahrt bei dauernder Schräglage und zwei Meter Wellengang. Nach ungefähr zwei Stunden beschlossen wir zur Erholung eine windgeschützte Bucht an zu laufen, dort zu ankern und Mittag zu machen. Nach dem Essen relaxten wir noch schön in der Sonne und machten uns gegen fünf Uhr Abendsauf den Weg zurück nach Palamos. Wir nahmen an, das der Wind gegen Abend nachgelassen hat und gemütlich zurück segeln können. Für die 5 Seemeilen hätten wir ca. eine Stunde gebraucht. Hätten wir, aber nach dem Verlassen unserer wunderschönen Ankerbucht kam es ganz anders.
Der Wind nahm innerhalb von Minuten zu und erreichte knapp 40 Knoten. Das entspricht ca. 80 kmh und bedeutet Windstärke 8. Wir als „Urlauber“ dürfen eigentlich ab Windstärke 7 nicht mehr auslaufen. Die Wellen stiegen auf 4-5 Meter an und rollten frontal auf uns zu, so dass wir mit unserer Yacht ganz schöne Sprünge machten. Wahnsinn und unbeschreiblich wie 15 Tonnen Gewicht einfach so zum Spielball der Wellen werden. Nachdem das erste Entsetzten aus unseren Gesichtern verschwunden war und sich das Adrenalin im Körper verteil hatten, ging alles ganz schnell. Um überhaupt noch Kontrolle über das Schiff zu behalten, verkleinerten wir Segelfläche auf Handtuch Größe und starteten den Motor. Der Kampf gegen die Wellen war krass und es war kaum ein vorwärts kommen möglich. Bei jeder dritten Welle, die uns entgegen kam war gabs ne kräftige Wäsche für alle. Das Boot stieg erst in die Höhe und man sah den sonnigen Himmel und danach fiel der Bug hinab und taucht „schön“ in die nächste Welle, welche dann über das Boot schwappte. Geil, so ne komplette Dusche von 14 Grad kalten Salzwasser was irgendwann herrlich in den Augen brennt.
So, ging es dann die nächsten Stunden weiter.- Welle hoch- Welle runter – Duschen-. Zwischendurch haben wir dann noch das Segel ganz eingeholt und sind nur noch unter Motor gefahren, da die Wellen das Boot so gebremst haben, das es nicht mehr vorwärts ging und wir irgendwann ankommen wollten.
Alle waren froh, als wir gegen acht den Hafen erreichten und die Yacht fest vertäut am Kai lag. Zur Belohnung gab´s erst mal nen Bacardi für alle und war für den restlichen Abend ausruhen angesagt.