Dienstag, 4. Mai 2010

10. Tag Cabrera - Port Figueras -Update-

Montag, 3. Mai 2010
Nach einer recht angenehmen Nacht, das Wetter war so schön, dass ich es gleich genutzt habe
um draußen auf Deck zu schlafen, sind alle erholt aufgewacht. Am Himmel zeigte sich die
Wetteränderung, Wolken waren aufgezogen und der Wind frischte auf. Gegen Neun gabs noch ein
kurzes Frühstück in der Bucht und dann gings los – und wie es losging – An der Ausfahrt der
Bucht ein bisschen Wind und ein paar Kleine Kabbelwellen, nach dem wir unseren ersten Kurs 
eingeschlagen hatten, um zwischen den kleinen Inseln rund um Cabrera durch zu fahren frischte
der Wind langsam auf und die Wellen erreichten schon mal einen Meter Höhe.  Die Passage zwischen
den Inseln befuhren wir  unter Motor Kraft, da die Inseln das ware Wetter und den Wind etwas
verfälschen.  Im Anschluss gabs vom Skipper  den neuen Kurs 50 Grad und das Kommando zum Segel
setzen. Da der Wind und die Wellen weiter stiegen, legten auch alle Ihre Rettungswesten an und
pickten sich an Bord fest. Sicherheit geht vor.

Leider war es uns nicht vergönnt auf einen Schlag unser Tagesziel, die schöne Bucht von Cala Modrago,
zu erreichen. Wir mussten auf Grund der Windverhältnisse noch ein paar mal wenden und Richtung offenen
See fahren. Die Wellen erreichten mittlerweile3 Meter und in Spitzen ca. 4,50Meterund der Wind blies mit
20 Knoten(Windstärke 5). Es dauerte auch nicht allzu lange, bis sich jemand das Frühstück nochmal durch
den Kopf gehen lies oder anders gesagt, alles über Board spuckte.  Von unserem Tagesziel nahmen wir wegen
des Wetters  Abstand und beschlossen noch ein paar Meilen weiter einen „schützenden“ Hafen anzulaufen. Auf
halben Weg ging Olaf unter Deck um nach dem Rechten zu schauen, dabei bemerkte er dass Wasser ins Boot kam.
Irgendeine Ventil oder Schlauch hatte ne Macke und da wir größtenteils in Schräglage segelten, lief Wasser
ins Boot. Leider hatten wir noch eine Überlebensweste unter den Bodenbrettern verstaut und wegen des
Wassers löste die Automatik aus und das Ding blies sich auf. Nach über sechs Stunden für Olaf und mich
schönem, für die Neulinge hartem Segeln erreichten wir dann Port Figuera – einen der schönsten, wenn
auch kleinen Naturhäfen von Mallorca.  Die Enge Einfahrt in den Hafen war nicht ganz ohne, da der Wind
und die Wellen uns von hinten schoben. Im Hafen selbst gab es leider nur eine lange Mauer zum Anlegen
an der auch schon zwei Yachten rechts und links festgemacht hatten. Für uns blieb nur der Platz in der
Mitte und wir mussten in dem engen Hafen wenden um rückwärts an zu legen. Dabei erfasste eine Windböe
den Bug der Yacht und drückte diesen gegen die am Kai liegenden Schiffe. Mit dem Motor war es nicht
möglich, in diesem kurzen Augenblick so viel Schub zu erzeugen, um  gegen steuern zu können.  Zu allem
Unglück verfingen wir uns auch noch in der Ankerleine eines der Boote,  Sie hing genau zwischen unserer
Schraube und unserem Kiel. Wir waren einfach handlungsunfähig und der Wind drückte unsere12 Tonnen Yacht
mit aller Kraft gegen die anderen Yachten. Alle Mann versuchten unsere Yacht wenigstens ein wenig von
dem anderen Schiff mit den Händen wegzudrücken, was bei 12 Tonnen aber der Wahnsinn ist. So ließen sich
ein paar Einschläge und Schrammen einfach nicht vermeiden und mehrmals drohte der gegnerische Anker sich
wie ein Rammsporn in  unsere Kabine zu bohren. Es fehlten nur ein Zentimeter und die Yacht währe einfach
nur noch Schrott gewesen, wir hätten eine „Cabrioyacht“ gehabt und hätten nach Hause fliegen können. Das
ganze Spiel wollte und wollte nicht enden, da die Vollidioten auf der anderen Yacht keinen Plan hatten,
lieber alles filmten, keiner mit anpackte und Ihrer Vordere Leine nicht lockern wollten das wir wieder
freikommen und unsere Maschine einsetzen und anlegen konnten. Erst als die Hafenmeisterin mit Ihrer Crew
zu Hilfe eilte und dem Trottel von der Yacht zu verstehen gab, seine Leine zu lösen gelang es uns endlich
fest zu machen.  Fazit, der Aktion – unsere Yacht hat einige  Schrammen an der Seite, bei der anderen Yacht
ist die Reeling um den Anker vorn am Schiff verbogen (gut das wir ne Versicherung haben) ich hab mir das
Knie geprellt, Storch und Jan haben sich die Schienbeine aufgeschrammt.
Als endlich fest am Kai hingen merkten wir dass es mächtig unruhig bleibt. Der frontal einfallende Wind
schob auch die Wellen in den, an sonst geschützt liegenden Hafen, so dass unser Yacht weiterhin ganz schön
schaukelte und an den Festmacher Leinen ruckte. Mann musste sich unter Deck immer festhalten, so hart waren
die Schläge (als Vergleich- man rollt mit dem Auto ganz langsam gegen eine Wand, ohne zu bremsen und gurtet
sich nicht an) Das sollte auch die ganze Nacht durch so bleiben, was unser drei Wurzener Freunde dazu bewog
sich im nächsten Hotel ein zu checken und dort zu übernachten.  Der Tag war wohl doch zu viel für
Segelneulinge, aber es ist ok so und wir haben Verständnis.
Nach einer erholsamen Dusche sind wir alle zusammen Abend´s noch sehr schön in einer Tapasbar essen gewesen
und gegen Mitternacht müde ins Bett gefallen.