Montag, 14. Mai 2012

Tag 10 Hårbølle - Karrebæksminde

Der Tag begann wie geplant, die Sonne hat uns angelacht, der Wind hatte gedreht und wir sind in Ruhe um 0800 Uhr aufgestanden. Leider war die Nacht etwas unruhig, die in den Hafen einlaufenden Wellen krachten unentwegt laut gegen das Heck der Yacht und wir schaukelten ganz schön unruhig hin und her. Aber egal, es sollte ein schöner Segeltag werden.

Nach dem Frühstück machten wir in Ruhe die Yacht klar und legten 10 Minuten nach unseren Nachbarn vom Steg gegenüber ab. Sie lagen etwas günstiger in diesem Minihafen und konnten geradeaus auf die Hafenausfahrt steuern, wir mussten die Yacht noch wenden und brauchten den Platz dazu.

Der Wind blies mit ca. 20 Knoten aus Süd und wir machten im Sund eine Super Geschwindigkeit von über 8 Knoten (fast das maximale, was mit der Yacht geht). Unsere Nachbarn hatten den gleichen Kurs wie wir bis zum Ausgang des Sundes, fuhren aber mit Maschine und wir schafften es Sie nach kurzer Zeit unter Segel zu überholen. Keine Ahnung warum die Ihre Segel nicht nutzten, es blies zu böig und kräftig, aber das Wasser war spiegelglatt, was sich noch ändern sollte.

An der Ausfahrt des Sundes, nach der letzten der beiden Brücken, unter der wir mit 20 Meter Masthöhe gerade so durch passen baute sich dann eine schöne Welle aus. Da das Smallandsfahrwasser doch recht groß ist segelten wir mit gerefften Gross- und Vorsegel (Reffen heist nicht die ganze Segelfläche zu setzen, weil zu viel Segelfläche bei viel Wind nur Schräglage und keine Geschwindigkeit bringt und Yacht sich schwerer auf Kurs halten lässt) und 2 Meter Welle schön unserem Ziel entgegen. Einzig durch den böigen Wind mussten wir die ganze Zeit die Segel trimmen, das heist - locker lassen - straff ziehen - nächste Böe - locker lassen - Böe vorbei - straff ziehen- usw. Hat aber richtig Spass gemacht- das war Segeln pur.

Kurz vor unserem Ziel war noch eine Kursänderung Richtung Hafen notwendig und wir hatten Rückenwind.

Wie aus dem nichts tauchten im Wasser dunkle Schatten neben unserer Yacht auf - Schweinswale (Ostsee Delphine) und die begleiteten uns über eine Stunde lang bis kurz vor den Hafen. Was für ein hammergeiles Schauspiel, zum greifen nah, direkt an der Bootswand und unter dem Bug. Sie spielten die ganze Zeit mit der Yacht. Einfach grandios.

Heute hatte ich das erste mal einen Anfall von der Seekrankheit. Nein, nicht wie jetzt alle denken auf See beim segeln, sonder vorhin im Supermarkt. Alles drehte sich und die Regale schaukelten und ich musste schnell raus an die frische Luft. Jetzt, auf dem Wasser ist alles wieder schick.

Nun liegen wir in einem kleinen schicken Hafen, geschützt vor den Wellen und speisen erstmal, dann ein kleiner Rundgang durch das schicke Städtchen und freie Netz des benachbarten Campingplatzes zum hochladen der Reiseberichte ausnutzen.

Morgen gehts dann wieder 30 Seemeilen weiter, durch den großen Belt nach Lohals.