Kobenhagen - was für eine Stadt. Total schön und faszinierend, dass Flair, die alten Häuser, Tivoli Vergnugungspark, die tausend Radfahrer, die Menschen in den Kaffees, die Kanäle - eine Mischung aus Venedig und Amsterdam - muss man einmal im Leben gesehen haben und unser drei stündlicher Spaziergang war voller positiver Eindrücke - einfach nur schön.
Nicht so schön sind dagegen die Wetterprognosen für die nächsten Tage. Nur ungünstiger Wind und hohe Wellen. Wir haben heute über eine Stunde über den Seekarten gesessen und geplant, denn wir müsse ja irgendwie zurück und dass wird hart. Von unserem eigentlichen Plan, eine Runde um Seeland mussten wir uns heute verabschieden, da drei Tage gegen den Wind mit hoher Welle im Kattegat und grossen Belt einfach nicht machbar sind. Die Vorhersage geht von bis zu 40 Knoten Wind aus West aus, das gibt gut 3-4 Welle und darauf hat keiner freiwillig Lust. So haben wir uns für den südlichen Weg zurück entschieden um eventuell etwas Schutz durch das Land zu finden. Eventuell müssen wir übermorgen einen Tag Zwangspause in einem Hafen einlegen und auf besseres Wetter warten. Auf jeden Fall wird es ein teilweise harter Kampf mit dem Wetter- wenn alles so kommt wie gemeldet.
Aber unser Törnziel haben wir in Bestzeit geschafft, wir waren in Schweden und haben Kopenhagen erreicht und etwas Zeit herausgefahren, immerhin bleiben uns 9 Tage für die Rückreise. Mal sehen wie es morgen früh aussieht.
Jetzt ist erstmal Nachtruhe, es ist 2300 Uhr und für das Kobenhagener Nachtleben bleibt leider keine Zeit, denn wir müssen für morgen fit sein, wird ein langer Ritt auf dem Wasser.
Nach dem aufwachen um sieben war es recht diesig, gegen halb acht war die Sicht gleich null, eine halbe Stunde später ging es grad so, dass wir schnell die Leinen los gemacht haben und unter Motor Kobenhagen verlassen haben, auch um die teure Hafengebühr von ca. 120 Euro zu sparen. Leider verschlechterte sich die Sicht unterwegs dermaßen, das wir aus Sicherheitsgründen den nächsten Hafen anlaufen mussten. Nun liegen wir hier seit 1000 Uhr fest und hoffen das es irgendwann aufklart.
Aus der, nur wenige Seemeilen von uns entfernten Schifffahrtsrinne hören wir die ganze Zeit die Nebelhörner der großen Schiffe.
Mittags klarte es auf, so das wir einen kurzen Stop an der Tankstelle machten, um unsere Dieselvorräte vorsichtshalber wieder aufzufüllen und starteten dann gen Süden durch. Anfangs lief es recht gut, nur etwas Welle gegen uns, im Laufe des nachmittags wurden die Wetterverhältnisse zunehmend schlechter, die Welle von See stieg auf 2 Meter und der Motor kämpfte ganz schön dagegen an - mehr als 4 Koten Geschwindigkeit waren aber nicht zu machen, hinzu kam noch die Strömung im Öresund und der Wind - und all der Shit kam uns entgegen. Diesmal spritzte nicht die Gischt über den Bug sondern es rollten die Wellen darüber und das die ganze Fahrt.
Damit es uns nicht zu gut ging, setzte am Nachmittag auch noch strömender Regen ein und je weiter wir zur Mündung des Öresundes in die Ostsee kamen um so höher wurden die Wellen.
Letztendlich waren wir endlich gegen 2000 Uhr im Hafen und haben bei strömenden Regen angelegt. Für Laien war der heutige Tag so, als fährt man auf dem Rummelplatz 6 Stunden nonstop Berg und Talbahn.
Krass, hart, grenzwertig aber auch irgendwie schön, der Törn heute, und wir sind kaputt und geschafft.
Nachtruhe um 2200 Uhr








