Samstag, 9. Mai 2009

Und wieder ne Überraschung

Dienstag, 05.05.2009

Nachdem gegen halb neun endlich alle aufgestanden sind, nahm auch der Wind zu. Gegen zehn sind wir aus dem Hafen Palamos in Richtung Norden ausgelaufen um in irgend einer Bucht zu frühstücken. Dank des Windes konnten wir sofort nach dem Ablegen die Segel setzten, was nach der Schulung vom Vortag auch sehr gut funktionierte.

Auf See frischte der Wind weiter auf und am Himmel zeigten sich die ersten Linsenwolken, welche als Anzeichen für den aufkommenden Mistral Wind zu sehen sind. Nach einstündiger Fahrt-hart am Wind- erreichten wir eine schöne Bucht, welche allerdings noch Norden vom Land her sehr offen war, so dass der immer stärker werdende Wind mit voller Kraft auf unser Boot traf. Das Ankermanöver verlief reibungslos und die Wellen waren bedeutend niedriger als auf See, so dass wir in Ruhe aber etwas windig frühstücken konnten. Während des Essens nahm der Wind weiter zu, und der Mistral blies mit Böen um 36 Knoten, was wiedermal Windstärke 7-8 war, als es an der Ankerkette einen gewaltigen Schlag gab und die Bremse der Ankerkette Ihren Geist aufgab.

Die noch im Ankerkasten liegende restliche Reserve Kette rauschte zügig über Bord und Oli und Ich machten uns reflexartig auf um den Kahn und die Kette noch unter Kontrolle zu bringen, was uns auch gelang. Als wir die Bremse wieder fest hatten war klar, unsere heutige Etappe endet hier und wir müssen mal wieder zurück in den schützenden Hafen, da mit dem Mistral nicht zu spaßen ist.

Ein Spruch unter Seglern lautet eigentlich „ Einmal Kap Horn umsegeln und dann Sterben“ -hier im Golf de Lion lautet der Spruch „ Erst einmal den Mistral überleben, dann Kap Horn umsegeln und dann sterben“, und es ist wirklich so, der Mistral Wind ist unberechenbar und die Wolken am Himmel lügen nicht. Innerhalb weniger Minuten steigt hier die Windstärke auf acht an und du kannst nur zusehen, dass du weg kommst.

Im Hafen angekommen, nutzten wir den Nachmittag zum Sonnenbad und als die Fischer mit Ihren Kuttern am Kai festgemacht haben gingen wir zur Fischalle und kauften fangfrischen Tunfisch und Garnelen und bereiteten uns daraus ein *****Sterne Abendessen. Gegen Abend nahm der Wind genau so schnell ab wie er zu nahm und drehte auf südliche Richtung. Da er nun vom Meer hehr wehte brachte er kalte feuchte Meeresluft mit, was man sofort an den fallenden Temperaturen merkte. Etwas wärmer angezogen ließen wir den Abend bei einem herrlichen Sonnenuntergang und einem Drink an Bord ausklingen.